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Fischerei

Da ich von der Küste komme und als einer der wenigen hier eine Scholle von einer Seezunge unterscheiden kann, hat mich meine Fraktion zum fischereipolitischen Sprecher, kurz „Fischkopf“, gemacht.

Europaflagge

21. April 2009
Kommission startet Konsultationsverfahren zur Reform der Fischereipolitik

Deshalb bin ich auch im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zuständig für die Fischerei. Außerdem bin ich seit September 2007 Präsident des Deutschen Fischereiverbandes.

Die Fischerei in Deutschland umfasst die Bereiche Binnen- und Sportfischer, Kutter- und Küstenfischer, kleine Hochsee und große Hochsee. Die Themen werden im Wesentlichen von der EU bestimmt, vieles ist aber auch Ländersache. Der Bund hat ebenfalls wichtige Aufgaben. Die wichtigsten Entscheidungen auf EU-Ebene werden von der Kommission und vom EU-Ministerrat getroffen. Dazu zählt u. a. die jährliche Festlegung der TACs und Quoten für das folgende Jahr. Der Fischereirat tagt einmal im Monat. Deutschland wird vom Landwirtschaftsminister vertreten.


Sehen Sie hier meine Rede vom 05.07.2007 zum Thema "Schutz der Meeresumwelt".

Ortel Mit Krabben-klein

Fachleute unter sich!

Im Deutschen Bundestag setze ich mich für die deutschen Fischer und Angler ein. Dabei gilt es vor allem, die Fischerei zukunftsfähig zu gestalten. Keiner, auch nicht die Fischer, hat ein Interesse daran, dass die Meere leergefischt werden. Deutschland hat dafür bereits einen wichtigen Beitrag geleistet, als es in den 1990er Jahren seine Flotte drastisch verkleinerte. Dadurch fängt Deutschland heute wesentlich weniger Fisch als vor 20 Jahren. Aber die Fischerei muss immer weiter verbessert werden. In einigen Fischereien fällt z. B. noch immer zu viel Discard (unerwünschter Beifang, der nicht verwertet werden kann) an. Die gemeinsame Fischereipolitik der EU hat dafür oft nur unbefriedigende Antworten parat. Ich setze mich im Deutschen Bundestag maßgeblich für eine Verbesserung von Fangtechniken ein. Deutschland ist mit zwei Pilotprojekten zur Discard-Minimierung führend bei der Entwicklung beifangarmer Fangtechniken.



Ein schon lange aktuelles Thema ist der Kormoran. Der Kormoran hatte in Deutschland von rund 30 Jahren einen Bestand von weniger als 2.000 Vögeln. Seitdem hat sich der Bestand enorm vergrößert und liegt heute bei fast 50.000 Vögeln. Ich habe an sich nichts gegen Vögel, aber diese explosionsartige Vermehrung des Kormorans hat erhebliche Auswirkungen auf einige Fischbestände. Wenn man bedenkt, dass Kormorane pro Jahr genauso viel Fisch entnehmen wie Binnenfischer und Angler zusammen, also rund 50.000 Tonnen, sollte man nicht über den Artenschutz des Kormorans, sondern auch über den Artenschutz von Äsche, Hasel oder Barbe nachdenken. Wer schon mal einen Brutplatz der Kormorane gesehen hat weiß, wie das gesamte Umfeld in Mitleidenschaft gezogen wird.

Kutter3

Ganz besonders am Herzen liegen mir als Butjenter Jung natürlich die Krabbenfischer in Fedderwardersiel. Nichts schmeckt besser als frisch und vor allem selbst gepulte Nordseekrabben. Aber auch für die Krabbenfischer wird es immer schwerer. Weser- und Elbvertiefung machen einige Gebiete unbefahrbar. Außerdem gibt es auch hier Nutzungs- und Schutzkonflikte. Letztendlich kann aber nur ein ganzheitlicher Ansatz der maritimen Raumplanung helfen, in dem neben Offshore-Windparks, Vogelschutzgebieten und anderen Meeresnutzern auch Fischer zu Ihrem Recht kommen. Wichtig ist auch immer, nicht nur das eigene Thema im Auge zu haben. Es gibt keinen Bereich, dessen Entscheidungen sich auf einen anderen Auswirken. Beispielhaft dafür ist die Beziehung von Fischerei und Tourismus. Wer möchte schon gern in seinem Urlaub an der Küste einen Hafen ohne Kutter sehen? Ein Rückgang der Fischereibetriebe wirkt sich also unmittelbar auf den Tourismus aus. In beiden Bereichen geht es um viele Arbeitsplätze. Ich setze mich dafür ein, dass Familien, die seit Generationen vom Fischfang leben, das auch in Zukunft tun können.



Natürlich ist es da auch von Vorteil, dass die Fischer mich in diesem Jahr erneut zum Präsidenten des Deutschen Fischerei-Verbandes gewählt haben. Nur durch umfassendes Wissen um die Situation der Fischer und der Fische kann ich auch gute Politik machen.

 

 
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