Dramatische Situation bei den Krabbenfischern
22. September 2011Der 5-wöchige Fangstopp der Krabbenfischer hatte zu einer Stabilisierung der Krabbenpreise um 2,50€/kg geführt, die bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt anhielt. Dazu hat erheblich beigetragen, dass die Krabbenfischer-Erzeugergemeinschaften im Verlauf des Sommers die Fischerei durch freiwillige Fangmengenbeschränkungen und Wochenendfangverbote begrenzt haben.
Auch die Großhandelspreise und die Verbraucherpreise sind auf einem Niveau stabilisiert worden, die diesen Erzeugerpreis weiterhin ermöglichen würde.
Am Donnerstag, den 21.09.2011, erhielten die deutschen Vertragspartner einer niederländischen Firma eine Nachricht, die sie darüber informierte, dass Krabben nur noch mit 1,30 €/kg vergütet werden.
Ein kostendeckender Erzeugerpreis liegt bei 3,- €/kg.
Die Lage der Krabbenfischereibetriebe ist dementsprechend verzweifelt, da im Jahresverlauf 2011 vielfach nur die Hälfte des Jahresumsatzes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielt werden konnte. Es ist absehbar, viele Betriebe dieses Preisniveau wirtschaftlich nicht verkraften werden. In der bevorstehenden Herbstsaison müssen die Erträge für die bevorstehende Winterpause erwirtschaftet werden. Es bestehenden deshalb für die Betriebe keine Möglichkeiten, auf das einseitige Preisdiktat mit vergleichbaren Maßnahmen wie im Frühsommer zu reagieren.
„Wir brauchen dringend ein Treffen auf höchster politischer Ebene zwischen Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Belgien“, fordert der SPD-Abgeordnete Holger Ortel. „Die Betriebe müssen vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.“


